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ENMIC 8TCX+ - Bios und Handbuch







Handbuch

Das Handbuch gehört zu den Stärken des ENMIC 8TCX+.
Wer mit den "Quick Installation Guides" mancher Hersteller nichts anfangen kann, wird bei ENMIC weitaus besser bedient.

Auf 68 Seiten behandelt ENMIC die meisten Austattungsmerkmale und Optionen mit sehr viel Liebe zum Detail, und dass die deutsche Übersetzung von Einheimischen durchgeführt wurde, trägt zur Verständlichkeit entscheident bei.

Aus Sicht der Firma verständlich, wird bereits auf den ersten Seiten vor den Gefahren durch Overclocking und dem Erlöschen der Garantie hierdurch gewarnt.
Ein sehr ausführliches Inhaltsverzeichnis erleichtert die Suche nach dem gewünschten Thema.
Auf insgesamt 10 Seiten wird die Vorgehensweise bei der Inbetriebnahme des Mainboards Schritt für Schritt erklärt. Hier fehlt weder die Erklärung zu den Funktionen der Jumper, noch die Beschreibung der Anschlußmöglichkeiten des Mainboards.

Ein eigenes Kapitel hat ENMIC der IRQ-Problematik gewidmet.
Auf dem Bild sieht man die Verteilung der INT-Leitungen und der Abhängigkeit der einzelnen PCI-Slots untereinander.

IRQ Verteilung des 8TCX+

Auf den nächsten 32 Seiten des Handbuchs erhält man grundlegende Infos zum Bios, den einzelnen Konfigurationsmöglichkeiten der Biosoptionen und über die Vorgehensweise beim Biosupdate.

Ein Glossar und eine Auflistung der Post-Codes (Systemzustände und Fehlermeldungen) ergänzen das gut gelungene Handbuch.
Ob der unbedarfte Anwender mit diesen Meldungen etwas anfangen kann, möchte ich zwar bezweifeln, aber sie dürften die Fehlersuche des Supports von ENMIC wesentlich effizienter gestalten.



Bios

Über das Standard CMOS Setup läßt sich kaum etwas berichten, da bei praktisch allen Biosversionen, die auf dem Award-Bios beruhen, die Einstellungen identisch sind.
Hier kann man die aktuelle Zeit und das Datum einstellen, und es werden Infos über die installierten IDE-Geräte bzw. Festplatten und Floppys, sowie den erkannten Hauptspeicher angezeigt.

Auch der Punkt Advanced Bios Feature kann schnell abgehandelt werden.
Optionen wie "Virus Warning" oder die Einstellungen zum Cache der CPU dürften hinlänglich bekannt sein und müssen auch normalerweise nicht geändert werden.
Ansonsten darf von jedem Medium gebootet werden, das sich irgendwie dazu eignet, inkl. LAN (Netzwerk).
Einzig die Option "PhoenixNet" ist eine Erwähnung wert.
In der aktuellen Biosversion ist der grafische Startbildschirm von PhoenixNet von Haus aus deaktiviert.
Er bietet zwar kaum Informationen über das System, ist aber schön anzuschauen.

Kommen wir nun zu dem, für die Performance, wichtigsten Punkt - Advanced Chipset Features.
Unter dem Menüpunkt "DRAM Clock/Drive Control" lassen sich der Takt und die Timings für den Hauptspeicher beeinflussen.

Biosoptionen: Advanced Chipset Features
Das Bild zeigt die verwendeten Einstellungen, die unter der Option "System Performance" als "Turbo"-Einstellung zusammengefaßt sind - einfach darauf klicken.
Der SPD-Baustein des Speichermoduls wurde korrekt ausgelesen und die Einstellungen für das DRAM Timing wurden von mir dann manuell geändert.
Bei zwei oder drei Speichermodulen muß man sicherlich die Werte für die DRAM Command Rate und das DCKLI- und DCLKO-Timing konservativer wählen.
Ein kurzer Test mit langsameren Timings brachte hingegen keine merkbaren Unterschiede in der Performance.

Der Chipsatz kann den Speicher, asynchron zum FSB der CPU, mit 133MHz betreiben. So kann bei einem Prozessor, der für 100 MHz FSB spezifiziert ist, ohne Performanceeinbussen hinnehmen zu müssen, der Speicher mit 133MHz betrieben werden.
Wird der Prozessor per FSB übertaktet, ändert sich auch der Takt für den Speicher.

Einige Beispiele dazu:
Front Side Bus 100MHz und Speichertakt 100MHz: 112MHz FSB = 112MHz Speichertakt.
Front Side Bus 100MHz und Speichertakt 133MHz: 112MHz FSB = 145MHz Speichertakt.
Front Side Bus 133MHz und Speichertakt 100MHz: 112MHz FSB = 112MHz Speichertakt.
Front Side Bus 133MHz und Speichertakt 133MHz: 142MHz FSB = 142MHz Speichertakt.
Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Im Untermenü "AGP & P2P Bridge Control" finden sich die Einstellungen für den AGP-Bus.
Hier kann man die "AGP Aperture Size", den AGP-Übertragungsmodus (z.B. 4X), die Treiberleistung für den AGP-Bus, die Option "Fast Write" und die Wartezeit für die Schreib- und Lesezugriffe der Grafikkarte einstellen.
Das AGP-Protokoll "Fast Write" ließ sich zwar im Bios aktivieren, funktionierte aber, laut dem Diagnose- und Tweaktool Powerstrip, nicht.
Ein manueller Eingriff in die Registry brachte auch nichts, oder anders gesagt, keine Unterschiede in der Performance.

Sollen noch die letzten Reserven bei der Geschwindigkeit mobilisiert werden, empfiehlt sich ein Blick in das Untermenü "CPU & PCI Bus Control".
Ob man nun die Warteschleifen für die Schreibvorgänge des PCI-Buses herabsetzen will, oder den Puffer für den Geschwindigkeitsunterschied zwischen der CPU und dem PCI-Bus ein- oder ausschalten möchte; es darf nach Herzenslust herumprobiert werden.
Die Option "PCI Delay Transaction" soll bei PCI-Karten, die Datenverkehr in 32-Bit Bursts unterstützen, für mehr Speed sorgen.
Das habe ich bis jetzt noch nicht erlebt und deswegen war diese Übertragungsart bei den Tests auch deaktiviert.

Die IDE-Ports, deren Funktionen bzw. Übertragungsarten, sowie die Ansteuerung der seriellen und parallelen Schnittstellen und USB-Ports, findet man im Menü Integrated Peripherals.
Wichtig ist der Unterpunkt "Onboard PCI Device": Hier kann der On-board Sound deaktiviert werden.

Im Power Management Setup werden die diversen Stromsparmodi konfiguriert.
Ab Windows 98 werden auch die ACPI-Funktionen unterstützt.
Allerdings müssen auch alle Geräte bzw. Erweiterungskarten des Systems (Hardware) und die dazugehörigen Treiber (Software) diese Funktionen unterstützen, und da gibt es doch des öfteren Probleme.
Bei meinem System funktionierte zwar der ACPI Suspend Type S1(POS), dafür schickte der S3 (Suspend to Ram) Modus das System geradewegs ins "Daten-Nirvana".

Im Menü PnP/PCI Configuration befinden sich die Funktionen, welche das PnP und die IRQ-Zuweisung steuern.
Stellt man die Option "PnP OS Installed" auf "No", so können die INT-Leitungen und IRQs für jeden PCI-Slot manuell über das Bios eingestellt werden.

Unter PC Health Status findet man die Schaltzentrale der Systemüberwachung, gemeinhin "Hardware Monitoring" genannt.
Neben der aktuellen Temperatur der CPU und der North-Bridge, werden auch Informationen zur Drehzahl der angeschlossenen Lüfter und den verwendeten Spannungen gelistet.
Man sieht, dass der angeschlossene Lüfter keine Signal liefert.

Die Anzeigen der Spannung für den Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte arbeiten sehr genau.
Alle verwendeten Programme, wie Motherboard Monitor, SiSoft Sandra oder MB Probe, melden die gleichen Werte.

Hardware Monitoring unter Windows   
Interessant dürften hier die Optionen "CPU Warning Temperature" und "Shutdown Temperature" sein.
Ab 50C° kann man sich vor einer Überhitzung der CPU warnen lassen.

Das schaut dann folgendermaßen aus:
Der Takt des Prozessors wird sehr stark reduziert.
An ein Weiterarbeiten oder gar Spielen ist nicht zu denken.
Vielmehr stürzte der Rechner beim Testen, nach kurzer Zeit, regelmäßig ab, was aber sicherlich besser ist, als die CPU zu zerstören.
Mit der neuesten Biosversion ließ sich der Rechner nicht sofort wieder starten.
Ein paar Minuten Ruhepause mußte man ihm schon gönnen.

Die Funktion "Shutdown Temperature" kommt ab 60C° zum Einsatz.
Der Rechner wird dann automatisch heruntergefahren.
Aus naheliegenden Gründen habe ich diese Option aber nicht getestet.

Mit dem USMD (Unified System Diagnostic Manager) liefert ENMIC ein brauchbares Tool zur Temperatur- und Spannungsüberwachung unter Windows gleich mit.
Man findet es im Ordner Utility auf der Treiber-CD.


Frequency/Voltage Control:

Jetzt betreten wir die Spielwiese für Overclocker.
In diesem Menü können alle wichtigen Einstellungen für das Übertakten vorgenommen werden.
Im einzelnen sind das: Die Taktraten für den FSB und den Arbeitsspeicher, den Multiplikator der CPU, die Spannung für den Prozessor und die Speichermodule.

FSB der CPU

Wie man sieht, nimmt es das 8TCX+ mit der Taktrate für den FSB sehr genau.
Die Differenz zwischen Soll/Ist beträgt nur 0,02MHz - sehr gut.

Die "Default VCore Spannung" für den Prozessor kann um 0,20 Volt erhöht werden.
Wobei gesagt werden muß, dass die Spannung von Werk aus, schon um 0,05 Volt höher liegt als normal.
D.h. bei der Einstellung 1,6 Volt, wird die CPU mit 1,65 Volt betrieben.
Für den im Test verwendeten Duron wären so 1,85 Volt einstellbar.

Ähnlich verhält es sich mit der Spannung für die Speichermodule.
Standardmäßig werden sie mit 2,5 Volt angesteuert.
Dabei läßt sich die Spannung in 0,10 Volt-Schritten auf maximal 2,80 Volt erhöhen.
Laut der Anzeige der Hardware Monitoring Funktion des Mainboards, wird der Speicher mit 2,59 Volt ab Werk betrieben.
Man sollte bei seinen Übertaktungsversuchen also etwas vorsichtiger agieren.




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