3DNow Galaxy - Artikel


digicolor GeForce4 MX440 vs. Club-3D Radeon 7500

Autor: Udo Schott

In diesem Test treten zwei Produkte von, in Deutschland, relativ unbekannten Unternehmen an.
Die taiwanesischen Firmen Ennyah und Color Power sind dennoch keine Neueinsteiger im Grafikbusiness.

Seit der Gründung im Jahre 1989 gilt für die Ennyah Technologies Corp. der Leitspruch: "Creation of Dream Comes from Hard Working".
So zählen zu den wichtigsten Produkten der Firma Grafikkarten, Soundkarten, Mainboards und Multimedia Keyboards.
Doch auch CD-label Maschinen, CD-Recorder, externe DVD-ROM-Laufwerke und Digital-Kameras gehören zum Portfolio.
In Deutschland werden die Grafikkarten der Firma unter dem Label "digicolor" angeboten.

"We´re aggressive, flexible and fast."
Club-3D dagegen ist die Handelsmarke für Grafikkarten von Color Power und ist in Deutschland seit ca. einem dreiviertel Jahr präsent. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Vertriebsnetz der Firma hierzulande noch recht dünn gesät ist. Doch Versender wie Snogard haben die Produkte in ihre Angebotspalette aufgenommen und so werden wir in Zukunft mehr von dieser Marke hören können. Nicht zuletzt deswegen, weil die Firma eine besonders attraktives Produktsortiment hat.
Praktisch alle relevanten Grafikchips der Firmen nVidia, ATI, PowerVR (Kyro) und SiS werden eingesetzt.


Die Grafikkarten werden in verschiedenen Austattungsvarianten angeboten.
In dem Test treten die digicolor GeForce4 MX 440 mit 64MB DDR-SDRAM und TV-OUT, sowie die Club-3D Radeon 7500 mit 64MB DDR-SDRAM, DVI-Anschluß und TV-OUT gegeneinander an. Dabei wurde hauptsächlich Wert auf die Performance bei Spielen mit und ohne Anisotropischer Filterung, sowie verschiedener Anti-Aliasing-Varianten gelegt.




Der Lieferumfang:


Lieferumfang der GeForce4 MX440
Zum Vergrößern auf das Bild klicken!


Recht spartanisch zeigt sich der Lieferumfang der GeForce4 MX440 von Ennyah.
Gerademal eine Treiber-CD, ein Adapterkabel für S-VIDEO auf Chinch und die Grafikkarte selbst, haben es in den Verkaufskarton geschafft.

Über das fehlende Handbuch mag man noch hinwegsehen und darüber, dass die CD-Oberseite nicht bedruckt ist, mag man schmunzeln, doch einen DVD-Player hätte man schon erwarten können.

Ein Blick auf die CD.

Nur das Notwendisgste - ein Blick auf die beiliegende CD.
          Lieferumfang der Radeon 7500
Zum Vergrößern auf das Bild klicken!


Wesentlich spentabler zeigt sich Club-3D beim Lieferumfang.
Neben einem gedruckten Handbuch findet man ein ein S-VIDEO zu Chinch Adapterkabel und ein Adapterkabel für S-VHS auf Composite, eine Treiber-CD mit ATIs Multimedia-Center, der DVD-Player "WinDVD2000" von Intervideo und das Spiel "Rune" im Karton.

Da die Radeon 7500 von Club-3D im Gegensatz zu der GeForce4 MX440 von Ennyah einen DVI-Anschluß bietet, fehlt einzig und allein der DVI-VGA-Adapter um die Ausstattung zu komplettieren.
So ein Adapter ist aber einzeln für 5-7 Euro im Fachhandel zu beziehen.








Die Karten:


Vorderansicht der GeForce4 MX440


Zum Vergrößern auf die
Bilder klicken!



Rückansicht der GeForce4 MX440
    digicolor GeForce4 MX440

Mit 270MHz Taktrate für die GPU und einem Speichertakt von theoretisch 200MHz (400MHz DDR) hält
sich der Hersteller an die Vorgaben des Referenzdesigns von nVidia.
Doch bei genaueren Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Hersteller den Speicher höher als normal vorgesehen taktet. 205MHz (410MHz DDR) sind es in Wirklichkeit und bei einem Vergleich von verschiedenen GeForce4 MX440 Karten würde sie sich so einen kleinen Vorteil verschaffen.
Beim verwendeten Speicher vertraute der Hersteller auf 64MB DDR-SDRAM von Samsung mit einer Zugriffszeit von 5 Nanosekunden.

So spärlich der Lieferumfang ausfiel, so spärlich ist auch die Ausstattung der Karte selbst.
Neben dem obligatorischen Monitor-Ausgang, findet sich bei diesem Modell nur noch ein TV-OUT-Anschluß.
Neue Marketingbezeichnungen finden wir zu genüge.
Allen voran sei hier nVidias Lightspeed Memory Architecture (LMA) II genannt, die durch
einige Verbesserungen wie z.B. "MX Memory Crossbar - Zweikanal-Speicher-Controller",
Z Occlusion Culling, fast Z Clear und Auto Precharge die zur Verfügung stehende
Speicherbandbreite von 6,4MB/Sekunde besser ausnützt.
Der Karte fehlen gegenüber den großen Ti-Brüder die hardwareseitige Unterstützung der DirectX 8 Effekte Pixel- und Vertex Shader. Na ja, eine Art Emulation für Vertex Shader hat sie schon.
David Kirk, Vize Präsident für die Architektur bei nVidia, meinte in einem Interview mit der Zeitschrift c´t, dass Vertex-Shader auch von den GeForce4 MX Karten beschleunigt werden.
Zitat:

"Bestimmte Befehle der Vertex Shader kann der Treiber an den MX-Chip weitergeben, was die Leistung gegenüber einer reinen Softwareemulation erhöht."

Für Spiele wirklich brauchbar dürfte diese Implementierung dann doch nicht sein und wegen der fehlenden Unterstützung für Pixel Shader kann man die GeForce4 MX getrost zu den DirectX 7 Karten zählen.
Im Unterschied zu den GeForce2 Grafikkarten beherrschen die neuen Karten auch eine spezielle Form der Kantenglättung.
Accuview soll eine wesentlich bessere Darstellungsqualität bei gleichzeitig hohen Frameraten garantieren.
Passen muß die GeForce4 MX-Reihe dagegen beim Environment Bump Mapping - das beherrscht die GPU nicht.

Die hardwarebeschleunigte DVD/Video-Wiedergabe dagegen unterstützt nVidias GPUs seit dieser Generation auch und mittlerweile findet sich auch ein Overscan-Modus für die TV-Ausgabe in den Treibern.
nView, eine Technologie für den Zweischirmbetrieb, gehört zu den herausragenden Features der neuen MX-Karten.
Es können z.B. Fenster von Programmen auf verschiedene Anzeigegeräte verteilt werden.
Für die Unterstützung zweier Röhrenmonitore, verfügt die Karte über zwei integrierte DACs (Digital-to-Analog-Converter).
Diese arbeiten mit einer Frequenz von 350MHz. Da die Karte keinen Anschluß dafür bietet, sind die bei dieser Modellvariante sinnlos.
Unterstützt werden Auflösungen von bis zu 2048x1536 in Truecolor auf dem Monitor und 1024x768 auf dem Fernsehgerät.
Diese Angaben dürften allerdings weit übertrieben sein.
Ein Test von Grafikkarten mit nVidia-GPU verschiedener Zeitschriften zeigte, dass maximal 1920x1080 nutzbar sind.
Die Produktseite beim Hersteller findet man hier.

Ennyah gewährt drei Jahre Garantie auf diese Grafikkarte.
Als Bezugsquelle bieten sich die Auktionen bei Ebay an. Hier wird die Karte, auch in Stückzahlen, für zur Zeit 125 Euro angeboten - ebenso bei Sofortkauf.





Vorderansicht der Radeon 7500


Zum Vergrößern auf die
Bilder klicken!



Rückansicht der Radeon 7500
    Club-3D Radeon 7500

Mit der eingesetzten RADEON 7500 GPU von ATI setzt Club-3D auf altbewährtes.
Im Grunde handelt es sich um höhergetaktete Radeon 64 DDR, deren GPU nun im 0.15µ
Fertigungsprozess hergestellt wird. Der Chiptakt beträgt bei den sogenannten
"OEM-Karten" 270MHz. Der 64MB große DDR-SDRAM Speicher von Hynix wird mit 230MHz
(460MHz DDR) angesteuert und hat eine Zugriffszeit von 4 Nanosekunden.

Die Render-Engine erbt die Karte komplett von der Vorgängergeneration und das
bedeutet zwei Pixel-Pipelines und je drei Textureinheiten - das nennt ATI dann "PixelTapestry".
Die Geometrieberechnung nach dem DirectX 7 Standard übernimmt die sogenannte Charisma Engine.
Ebenfalls beibehalten wurden die Maßnahmen zur effektiven Nutzung der Speicherbandbreite
von 7,3GByte/Sekunde - HyperZ.

Auch beim Anti-Aliasing kocht ATI ihr eigenes Süppchen und versucht sich mit "SmoothVision"
gegen die Konkurrenz durchzusetzen.
Neben der hardwarebeschleunigten DVD/Video-Wiedergabe besticht die Karte durch ihre
sehr flexible Multi-Monitor-Technologie "Hydravision".
Und um diese Technologie auch zu ermöglichen, setzt Club-3D bei dieser Karte neben dem Monitor-und TV-Ausgang auch auf einen Anschluß für digitale Displays (DVI-I), der per Adapter auch einen zweiten Analog-Monitor ansprechen kann.
Löblicherweise wird die einfach zu bedienende Steuersoftware bei dieser Karte mitgeliefert.
Die zwei integrierten DACs arbeiten mit einer Frequenz von 350MHz. Unterstützt werden Auflösungen von bis zu 2048x1536 in Truecolor auf dem Monitor und 1024x768 auf dem Fernsehgerät.
Auch hier dürften die obengenannten Beschränkungen gelten.
Der 165MHz schnelle TMDS-Transmitter unterstützt digitale Displays mit Auflösungen von bis zu 1600 x 1200.
Die Radeon 7500 unterstützt jede Bump Mapping Technologie, die momentan verwendet wird - Embossing, Dot-3 und EMBM.
Alle weiteren Features der Karte findet man auf dieser Produktseite des Herstellers.
Color Power bzw. Club-3D gewährt zwei Jahre Garantie auf ihre Produkte und der Preis wird mit 170 Euro angegeben.
Einen preiswerteren Preis könnte ich jetzt nicht nennen, doch findet man nichts selten Angebote von Radeon 7500 Karten unter 100 Euro.




nächste Seite
Testsystem, Treiber und Menüs




zurück zur Hauptseite

Anzeigen:

Schnaeppchenjagd.de