3DNow Galaxy - Artikel


CeBIT 2002 Nachlese



Auch dieses Jahr pilgerten tausende Hardwareinteressierte nach Hannover, dem Mekka der der Computerindustrie.
Neben bereits im Vorfeld bekannten Produktvorstellungen, konnten die 700000 Besucher auch einige Überraschungen
bewundern und einige Produktvorstellungen und Ankündigungen wollen wir jetzt nocheinmal Revue passieren lassen.


AMD auf der CeBIT


AMD zeigt Athlon XP 2800+ und Hammer auf der CeBIT

Die französische Seite Clubic meldete, dass AMD einen Athlon mit Thoroughbred-Core (0,13µm) und einer Taktrate von 2,2 GHz (2800+) demonstrierte.
Anzumerken ist, dass auf der Rückseite der Prozessoren mit Thoroughbred-Core keine Kontakte mehr sind.

Vergleich: Palomino vs. Thoroughbred

Der Athlon XP 2800+ ist noch reine Zukunftsmusik.
Dafür stellte die Firma aus Sunyvalle drei neue Modelle vor.
Da wäre einmal der Athlon XP 2100+ mit 1733 MHz Taktfrequenz, der AMD Athlon MP 2000
für Server und Workstations und last but not least der AMD Athlon 4 1600 für Notebooks.

Der XP 2100+ hat eine maximale Verlustleistung von ca. 73 Watt und man merkt, dass es Zeit für den Umstieg auf das
Thoroughbred-Core (0,13µm Fertigung) wird. Davon erwartet sich AMD einen geringeren Stromverbrauch und eine
verminderte Kerngrösse (Die) seiner Prozessoren (80mm²).


Schluß mit preiswerten Multiprozessorsystemen

Auf der CeBIT gab AMD im Gespräch mit dem tecChannel bekannt, dass zukünftige Athlon XP Prozessoren "locked" sind.
D.h. bei diesen CPUs will AMD die Dualprozessorfähigkeit abschalten - kauft ja sonst keiner die teueren MP-Versionen der CPUs.
Wahrscheinlich werden auch hier einige Brücken durchtrennt.
Genauso wie bei den L1-Brücken für die Multiplikator-Einstellung, könnte man die natürlich wieder verbinden.


Hinter verschlossenen Türen

Wie schon auf Intels IDF-Meeting zeigte AMD ihre zwei Systeme mit den Prototypen des K8 (Hammer), diesmal ohne
"Intel-Jingle" auf dem Mainboard.
Zwar machte AMD keine Angaben zur Taktfrequenz der neuen 64-Bit-CPUs, doch konkurrenzfähig zu den anderen 64-Bit-CPUs
am Markt wolle AMD schon sein.
Über die Performance gab man sich schon optimistischer - bei 32-Bit-Andwendungen soll ein Clawhammer 25% schneller als
ein gleichgetaktetet Athlon XP sein.
Bei 64-Bit-Software soll die Post abgehen und 35 bis 40 Prozent Performancevorsprung darf man dann erwarten.
Deutlich teuerer, im Vergleich zum Athlon XP, wird der Prozessor anfangs sein.
Nach und nach werden die Hammer-CPUs den Athlon XP ablösen und dementsprechend werden sich auch die Preise angleichen.

Niedriger dagegen, soll die Temperaturentwicklung beim "Hammer-Core" sein.
Stromsparmechanismen wird es beim ClawHammer nicht geben. Die gibt es erst 2003 bei einer Version für Notebooks,
aber eine Temperatursonde im Chip, die bei zu hoher Temperatur die Notbremse zieht, wird diesmal eingebaut.
Na, vielleicht gelingt es Tom´s Hardware diese CPUs doch zu grillen - wer weiß.
Eine radikale Methode zur Kühlkörpermontage war dagegen schon zu sehen und gleichzeitig soll hiermit das leidige
Thema "Kühlermontage bei AMD-Prozessoren" der Vergangenheit angehören.
Endgültig ist die gezeigte Lösung von AMD noch nicht, zeigt aber das Konzept schon recht deutlich.

Hammers Backblech
Bildquelle: tecChannel

Weitere Informationen zu diesem Thema findet man beim tecChannel.


Neue Chipsätze


Neue nForce-Chipsätze offiziell angekündigt und demonstriert

In einer Pressemitteilung von der CeBIT konkretisierte nVidia ihre Pläne zu den zukünftigen Chipsätzen für die
Sockel A Plattform und zeigte die zwei Neuen in der Halle 19 C13 bei der Arbeit.
Die nForce 620-D und nForce 615-D Chipsätze unterstützen offiziell DDR333 Speicher, wobei bereits DDR400 Speicher erfolgreich getestet wurde.
Die Bezeichnung der Chipsätze deutet bereits daraufhin, dass es einen Typ mit integrierter Grafik (620-D) und einen ohne Grafik-Core (615-D) geben wird.
Auffallend ist, dass in der Mitteilung nur von einem GeForce2 Grafik-Core gesprochen wird.
Es wurde über ein verbessertes Grafik-Core auf Basis der GeForce4 MX Technologie spekuliert (ist allerdings praktisch dasselbe).
Mittlerweile wurde auch die Low-Cost-Lösung, der nForce 220 Chipsatz angekündigt.
Der wichtigste Unterschied liegt darin, dass hier die Twin-Bank-Speicherarchitektur nicht unterstützt wird.


A3 und A4 in fünf Varianten

Ob da ATI nicht Ärger mit Audi in Deutschland wegen den Markennamen bekommt?
Auf jeden Fall geht es hierbei nicht um die bekannten Automodelle, sondern um fünf Varianten der Chipsäte von
Grafikspezialist ATI. So kann man davon sprechen, dass das kanadische Unternehmen ein komplette Linie
an Chipsätzen mit integrierter Grafik vorgestellt hat. Dabei werden zukünftige Pentium-4-Versionen ebenso unterstützt,
wie Athlon 4 CPUs für Notebooks.



Neue Boards


Leadtek baut wieder Mainboards

In letzter Zeit war die Firma nur mit ihren Grafikkarten bekannt geworden, nun baut der Mainboardhersteller Leadtek zur Abwechslung auch mal wieder Mainboards.
Neben den Pentium 4 Boards, werden auch zwei Boards für den Sockel A erscheinen.
Auf den WinFast K7N620D und WinFast K7N615D Boards werden die neuesten Versionen des nForce-Chipsatzes 620-D und 615-D von nVidia verbaut werden.
Die Chipsätze können ja mit DDR333-Speicher-Chips umgehen und laufen auch mit DDR400-Speichermodulen.
Das Zweikanal-Speicher-Interface wird, wie bei den am Markt befindlichen nForce-Chipsätzen, uns weiterhin erhalten bleiben.
Dadurch will nVidia die Performancekrone auch bei den Mainboards zurückerobern.



Mainboards mit VIAs KT333 Chipsatz

Praktisch jeder Mainboardhersteller zeigte überarbeitete Versionen seiner aktuellen Produktpalette für den Sockel A.
VIAs KT333 Chipsatz schliesst nahtlos am Erfolg des Vorgängers, KT266A, an und hier sei
stellvertretend das K7 Dragon Ultra von Soyo abgebildet.

Soyo K7 Dragon Ultra mit KT333 Chipsatz

Im Hinterkopf behalten sollte man die Pläne des Chipherstellers.
Bereits im Juni bzw. Juli werden Mainboards mit dem KT400 erwartet - z.B. von QDI Legend.


Abit lässt einiges weg und packt dafür einiges drauf

Mit dem AT7 von Abit geht es den herkömmlichen Schnittstellen an den Kragen.
Dieses Mainboard mit dem VIA KT333 hat nämlich keine PS/2-, parallel- und RS-232-Anschlüsse mehr, dafür werden sechs USB-,
zwei FireWire, ein 10/100-MBit-LAN, zwei optische und sechs Audioanschlüsse verbaut werden.
Einige der USB-Anschlüsse unterstützen den neuen USB-2.0-Standard.
Außerdem bietet das Board einen 5,25-Zoll-Einschub mit Steckplätzen für CompactFlash-(Type I), SmartMedia- und Sonys
MemoryStick-Speicherkarten, sowie einen IDE-RAID-Chip Highpoint HPT374 mit vier IDE-Kanälen.
Insgesamt stehen so sechs IDE-Kanäle für zwölft Geräte zur Verfügung.


Mainboards von InnoVision

Das "Bäumchen wechsle dich Spiel" geht munter weiter und Hersteller, die bisher nur Grafikkarten
anboten, vertreiben nun Mainboards und umgekehrt.
InnoVision sei hier genannt und bietet jetzt ein Mainboard auf Basis des KT266A von VIA an.

InnoVisions Sockel A Board
Bildquelle: InnoVision


Grafikkarten auf der CeBIT


Die neuen Produkte von nVidia waren bereits bekannt und konnten für keine großen Überraschungen mehr sorgen.
Erwähnenswert allerdings ist die offizielle Ankündigung der kleineren GeForce4 Ti Karte - der GeForce4 Ti 4200.
Nachdem die GeForce3 Ti Karten abverkauft wurden, werden diese Karten die Lücke auffüllen.


Club 3D gibt Spezifikationen ihrer RV250 Grafikkarten bekannt

Auf der CeBIT wurde eine Folie mit der Produktpalette für die ATI-Serie von Club 3D gezeigt.
Demnach sind zwei Grafikkarten mit dem RV250 Chip geplant.

Radeon 8800 mit 350 MHz GPU-Takt und 128 MB DDR-SDRAM mit einer Taktrate von 300 MHz
Radeon 8700 mit 350 MHz GPU-Takt und 64 MB DDR-SDRAM mit einer Taktrate von 275 MHz


Daneben ist auch ein weiteres Modell mit dem R200 Chip geplant - 250/250 MHz und 128 MB Speicher.
Ob das nun die offiziellen Spezifikationen der Radeon 8500 Nachfolger sind, oder nur die Daten der von Club 3D vertriebenen
Grafikkarten ist schwer zu sagen.
Langsam kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, wie die Vorstellung der Radeon 8500 Ultra (XT Version mit Taktraten von 300/300 MHz)
von PowerColor zeigte.
ATI hatte sich entschlossen keine Grafikkarten mit diesem Chip zu zeigen und so war ATI
über das Vorgehen von PowerColor nicht sonderlich erbaut.



SiS336 - geht es der GeForce4-Serie an den Kragen?

Silizium-Schmiede SiS greift auch ins Grafikgeschäft stärker ein und präsentiert ihre neue SiS33x-Serie.


Referenzkarte von SiS Ein großes Bild der Karte und eine Bildergalarie.
Bildquelle: Chip online

So, oder so ähnlich soll das Gegenstück zu nVidias GeForce4-Serie von SiS ausschauen.
An den 3D-Features der SiS33x-Serie soll es nicht mangeln, wie diese Aufstellung zeigt:

AGP 8x (AGP-3.0-konform)
SiS Pixelizer (Hardware-Pixelshader)
DirectX-8.1-kompatibel (Volume Texture, Bump Mapping, Cubic Mapping, Shadow Mapping, BRDF - zweiseitige Beleuchtung)
Hyper FSAA (Full-Scene Anti-Aliasing)
De-Interlacing und MPEG-Beschleunigung
maximal 128 MByte DDR-Speicher
Dual Display (mit SIS301B-Video-Bridge)

Keine DirectX 7 T&L Engine?
Ja, und doch könnte das nicht einmal so schlimm sein.
Viele Spieleentwickler setzen direkt auf DirectX 8 Effekte wie Pixel-Shader und man darf gespannt sein, wie sich die Karten in
Zukunft bewähren werden.
Auf Vertex-Shader, wie bei den GeForce4-Ti- oder Radeon-8500-Chips, verzichtet SiS dagegen.
Jetzt ist SiS auch nicht so vermessen und würde die Karte gegen die GeForce4 Ti´s antreten lassen, doch die GeForce4 MX-Serie
und ATIs Radeon 7500 hat man schon im Visier und bei den geplanten Produkten bzw. ihren Spezifikationen scheint das nicht
einmal unmöglich.


Die GPU-Roadmap von SiS
Bildquelle: Chip online


Spitzenmodelle sind also die Karten mit SiS336 GPU und 128MB DDR-Speicher mit einer Zugriffszeit von 3,3 Ns.
Die GPU des Referenboards ist mit 300 MHz getaktet, der Speicher mit 275 MHz, obwohl hier theoretisch 300 MHz
möglich wären.
Doch schon eine SiS332 soll es mit einer GeForce4 MX 440 aufnehmen können.


Vergleich zwischen SiS332 und MX 440
Bildquelle: Chip online


Nun, Papier ist geduldig und der Balken hätte etwas niedriger ausfallen können - bei 8% Performancevorsprung.
Auch wird man "reale Benchmarks" abwarten müssen, wobei man speziell in diesem Vergleich vermuten darf,
dass das bessere Ergebnis auf Grund der Möglichkeit, die "Nature-Szene" darzustellen, erreicht wurde.
Das eine oder andere Treiberproblem haben bisherige SiS-Karten auch, doch ist ein Anfang gemacht.
Gerade für die Tests nimmt man sich viel Zeit. So sollen momentan 300 Spiele mit den Chips getestet worden sein.

Firmen wie VIA und SiS werden traditionellen Grafik-Chip-Entwicklern wie nVidia und ATI Konkurrenz machen.
Im Gegenzug wildern diese im Markt der Chipsatz-Entwickler, doch scheint mir die Ausgangssituation von VIA und SiS besser zu sein.

Auf die Formel "Zeit + Geld" reduziert heißt das, wenn man lange genug Zeit hat Produkte zu entwickeln
und genug Geld um Know-How einzukaufen und am Markt lange genug zu bestehen, wird man auch
Marktanteile gewinnen können.
SiS ist für ihre aggressive Preispolitik bekannt und ähnlich wie VIA, erzielt man solide Gewinne aus dem
Chipsatzgeschäft.
Sollte man es schaffen, eine DirectX 8-kompatible Einsteigerkarte für unter 100 Euro anzubieten und eine
kontinuierliche Treiberentwicklung unter strickter Einhaltung der Grafikstandards zu verwirklichen, dürfte
es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich SiS als ernstzunehmender Konkurrent etablieren kann.
Weitere Infos findet man bei Chip online.


Kyro II SE

Im Gegensatz zum nahezu identischen Vorgänger Kyro II wird der neue Chip lediglich mit 200 statt 175 MHz getaktet.
Und damit ist der Schwachpunkt auch schon angedeutet - kein T&L in Hardware.
Erste Meldungen im Internet meinten ja, dass der Chip eine T&L-Engine haben würde.
Na ja, irgendwie schon, denn PowerVR versucht mit einer neuen Version ihres Grafikkartentreibers eine eigene
Software-T&L-Engine "EnT&L" zu verwirklichen.
Sie soll die Standard-Software-T&L-Emulation von Direct3D ersetzen und zwischen 15 und 20% höhere Performance ermöglichen.


PC-Card-Grafikkarte mit DVI-I-Anschluss von Villagetronic

Villagetronic stellt auf der CeBIT eine mobile Grafiklösung - VTBookDD - vor, die den PC-Card-Slot an Notebooks nutzt.
Als Grafik-Chip wurde ein mit 200 MHz getakteter Trident "CyberBlade XP2" verwendet.
Ihm stehen 32 MB DDR-Speicher, mit einer Taktrate von 166 MHz (333 DDR) zur Seite.


Was sonst noch gezeigt wurde


"BMW-Gehäuse"

Einen BMW in der Garage und kein passendes Computergehäuse im Besitz?
Da kann abgeholfen werden, wie diese Bilder zeigen.
In blau und silber gehalten, präsentiert dieses Midi-Tower-Gehäuse auch die "BMW-Niere".

Mit `BMW-Niere´            Innenansicht


CPU-Wasserkühlung direkt auf dem Chip

Neolec zeigte ein in sich geschlossenes CPU-Wasserkühl-System, das auf jeden
normalen CPU-Sockel passt.
Das Fazit fällt allerdings ernüchternd aus - zu teuer und zu uneffektiv.
Ein Bild dazu findet man hier.


Wasserkühler aus Kfz-Teilen

Aus dem Hause Lumber Productions kommt ein neuartiger Wasserkühler für CPUs.
Der Voll-Kupfer-Kühlkörper wird von S-Kanälen auf zwei Ebenen durchzogen und wie schon einige Bastler vorher,
verwendet die Firma hauptsächlich Teile aus dem Kfz-Bereich um diese Kühlung zu verwirklichen.


Fast lautlose Lüfter

Der taiwanische Hersteller YS-Tech zeigt sich problembewußt und lies sich einen außenliegenden Lüftermotor für mehr Luftdurchsatz bei reduziertem Laufgeräusch patentieren.
Normalerweise sitzt der Motor des Lüfters direkt auf der Achse.
Beim neuen Lüfter sind die Magnetspulen des Antriebs in die vier Ecken des Rahmens
verlagert.

leiser Lüfter
Bildquelle: Chip online

Für mehr Infos, schaut man hier nach.


DVD+R-Medien mit DVD+RW-Geräten schreiben

Die Unternehmen der sog. DVD+RW Allianz, kündigten neue DVD+RW-Laufwerke an, die auch einmal beschreibbare DVD+R-Medien verwenden können.
Mehr dazu hier.


Leise Festplatten und CD-Brenner von Samsung

Die Festplatten-Serien SpinPoint P40 und V60 von Samsung sollen sich durch einen besonders leisen Betrieb auszeichnen. Außerdem kündigte das Unternehmen einen 48fach-CD-Brenner (SW-248), sowie die DVD/CD-RW-Kombilaufwerke SM-316, SM-332 und SN-324 an.


Fazit

Trotz ca. 15% weniger Besucher als im Vorjahr, zeigte die Branche sich zufrieden.
Zweckoptimismus?
Keineswegs, denn auch dieses Jahr konnten einige Innovationen gezeigt werden und die dunklen Wolken über der
Computerindustrie lichten sich.
Gerade die Überraschungen wie z.B. von SiS sind das Salz in der Suppe oder anders gesagt, der Grund, weshalb
diese Messe noch immer ihre führende Stellung inne hat.

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