3DNow Galaxy - Artikel


Autor: Gawain, Gawain@mail.ie

Heimcomputer von Commodore: C64



Einführung

Für viele Computerveteranen war der Brotkasten, wie sie liebevoll den Commodore 64 nannten, der erste Computer überhaupt.
Es war ein Computer, den man sich eines Tages kaufte und Jahre lang mit ihm Spaß hatte ohne ihn auf irgend eine Art und Weise je aufrüsten zu müssen. Er verlangte weder nach neuem RAM, noch konnte er etwas mit einer neuen CPU anfangen und die Anschaffung einer Festplatte war auch unnötig, da alle Spiele direkt von Diskette, Cartridge oder Tape liefen. Und doch wurden die Games von Jahr zu Jahr besser, da sich die Programmier bemühten die vorhandenen Hardware-Ressourcen optimal zu nutzen und immer auf der Suche nach neuen Programmiertricks waren.
Wäre das heute beim PC auch doch so... die Geldbörse würde sich freuen!

Der C64 bot viel für wenig Geld: Man verbrachte Monate lang in den schier unendlich tiefen Dungeons von Bard´s Tale und wetteiferte mit Freunden um den ersten Platz in Summer Games und California Games. Mancher schrieb seinen aller ersten Programmcode im C64 BASIC V2 und war ganz stolz, als er es schaffte ein paar bunte Luftballons auf dem Bildschirm fliegen zu sehen. Bastler konnten in der C64er Zeitschrift Schaltpläne und Programmcodes für wunderliche Dinge wie zum Beispiel eine Steuerung der Modelleisenbahn per C64 finden und mancheiner fand Gefallen am Reden mit seiner Zimmerpflanzen, deren elektrische Leitfähigkeit mittels zweier Elektroden im Pflanzeninneren vom C64 gemessen und in menschliche Sprache übersetzt wurde.

All das und noch vieles mehr konnte der C64.
Er war für ein ganzes Jahrzehnt der erfolgreichste Computer und mit knapp 20 Millionen verkauften Exemplaren der meistverkaufte Homecomputer aller Zeiten.
Von 1982, als er geboren wurde, bis 1994, als die aller letzen Exemplare die Fertigungsfabriken verließen, war der C64 ohne bedeutsame technische Veränderungen hergestellt worden. Lediglich der Design wurde in der 2. Hälfte der 80er verändert, so dass der dunkelgraue "Brotkasten" C64 ein neues hellgraues und modernes Gehäuse bekam (C64-II). Doch Anfang der 90er war er veraltet und ab 1990 immer mehr von dem AMIGA und dem PC verdrängt worden.
Eine Zukunft hatte der C64 nicht mehr, doch dafür war ein Nachfolger in Sicht: Der sagenumwogene C65. Dieser verfügte über eine für damalige Zeiten brilliante Hardwareausstattung und konnte zugleich die alte C64 Software uneingeschränkt nutzen. Für die vielen Millionen C64-Fans weltweit schien die Welt heil zu sein, denn der C65 war ein ehrenhafter Nachfolger, der die C64 Tradition weiterführen würde. Doch dann kam der große Schreck: Commodore stellte das C65-Projekt ein um nicht eine hauseigene Konkurrenz für den Amiga zu bekommen. Insgesamt wurden nur einige Tausend Exemplare hergestellt... inzwischen ein hochgeschätztes Sammelstück !


Technische Daten einiger Homecomputer von Commodore (jeweils ohne Erweiterungsspeicher und Zusatzhardware):


VIC 20 (Commodore VC 20)
Erscheinungsjahr 1981
Prozessor 8 Bit CPU 6502 mit 1 MHz
RAM-Speicher 5 KB RAM
ROM 15 KB ROM mit BASIC V2
Grafik 176 x 184 Pixel bei 16 Farben
Sound 3 Kanal mono
Bildquelle: www.HomeComputer.de
Commodore VC 20


C64
Erscheinungsjahr 1982
Prozessor 8 Bit CPU 6510 mit 1 MHz
RAM-Speicher 64 KB RAM
ROM 16 KB ROM mit BASIC V2
Grafik 320 x 200 Pixel bei 16 Farben, VIC Chip mit Registern für echte Sprites
Sound 3 Kanal mono, SID-Chip
Bildquelle: Firma Zahn
    Commodore C64


C64-II
Im Design überarbeitete Variante des C64.
Technisch ansonsten identisch.
Bildquelle: Firma Zahn
Commodore C64-II


C128/C128D
Erscheinungsjahr 1985/86
Prozessor 8 Bit CPU 8502 mit 2 MHz (in C64 Modus mit 1 MHz)
RAM-Speicher 128 KB RAM
ROM ROM mit BASIC V7 und BASIC V2 (C64 Modus)
Grafik 160*200; 320*200; 640*200, max. 16 Farben darstellbar,
VIC-II Chip mit Registern für echte Sprites Sound 3 Kanal mono, SID-Chip
Bildquelle: Firma Zahn
Commodore C128D


AMIGA 500 (als Beispiel für die AMIGA Homecomputer)
Erscheinungsjahr 1987
Prozessor 32 Bit CPU 68000 mit 8 MHz und 16 Bit Speicherbus
RAM-Speicher 512 KB RAM
ROM 256 KB ROM
Grafik 640 x 512 Pixel bei 16 Farben (auch andere Auflösungen und durch Emulation höhere Farbtiefe möglich)
Sound "Virtual Stereo" (je Kanal nur rechts oder nur links oder gleichmäßig aber nicht gemischt), 4 Kanäle
Bildquelle: Firma Zahn
Commodore AMIGA 500


C65 (unterstützt auch C64 Software)
Erscheinungsjahr nie (geplant 1990 oder 1991)
Prozessor 8 Bit CPU 65CE02 mit 3,54 MHz
RAM-Speicher 128 KB RAM
ROM 128 KB ROM mit C65-BASIC V10 und C64-BASIC V2.2
Grafik VIC-III (CSG4567) Chip, alle C64 Grafikmodi,
VGA-Modi von 320 x 200 bis 1280 x 200 (interlaced auch 1280 x 400), bis 4096 Farben je nach Auflösung
Sound Stereo-SID-Chips (2 x SID Chip)
Bildquelle: Firma Zahn
Commodore C65


Weitere Daten über Homecomputer: http://members.aol.com/chrzahn/index.html.

Kurze Zeit später ging Commodore bankrott, wurde von Escom aufgekauft, der wenig später auch bankrott ging.
Die meisten Leute denken, daß Commodore nicht mehr existiert... doch die Firma gibt es tatsächlich immer noch !
Immer wieder findet man in Supermärkten wie Lidl, Aldi und Norma neue Commodore-Produkte: Anrufbeantworter, schnurlose Telefone und andere Haushaltselektronik.

Wird es eines Tages wieder einen AMIGA-Computer geben?
Wer weiß... Amiga hat es nun tatsächlich geschafft nach ca. 10 Jahren Tiefschlaf einen neuen und sehr vielversprechenden Computer zu veröffentlichen: AmigaOne (näheres hierzu: http://www.amiga.com).

Und der C64er?

Ist er nur noch Computergeschichte?
Ganz im Gegenteil!
Das Zauberwort heißt Emulator!
Inzwischen sind mehrere erstklassige Freeware Emulatoren verfügbar und Spiele gibt es zu Tausenden im Internet.
Allein die Website http://www.c64.com verzeichnete bislang über 10 Millionen Downloads, was deutlich macht, wie sehr der C64 auch heute noch beliebt ist ! Vielleicht staunt der eine oder andere, wenn er auf ein neues Spiele im Internet stößt. Die C64 Community ist groß und es gibt inzwischen mehrere Gruppen, die sich zu Programmierteams zusammengeschlossen haben.
Es erscheinen auch noch einige Online- und sogar Print-Zeitschriften.
Es gibt schon Dutzende Spiele, die in den letzten paar Jahren erschienen sind und es werden auch wieder neue Spiele programmiert.
Auch neue Hardware wird entwickelt: Am bekanntesten ist wohl der SuperCPU 64, bei dem es sich um einen zusätzlichen Prozessor für den C64 handelt.
Auch die Emulatoren werden von Version zu Version besser.
Einige wichtige Emulatoren wollen wir uns auf der nächsten Seite anschauen.

Emulatoren für den C64 - CC64S vs. VICE


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