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Microsofts Zugeständnisse bei Windows XP



Die Gegner von Microsoft haben in den verschiedenen Kartellverfahren nicht viel erreicht, doch ganz ungeschoren
kommt der Softwarekonzern aus Redmond nicht davon. So sind Änderungen an dem Betriebssystem Windows XP nicht
zu vermeiden gewesen und nach Medienberichten aus den Vereinigten Staaten wird der Internet Explorer zwar
grundlegend Bestandteil von Windows bleiben, aber relativ einfach durch Internet-Browsern anderer Hersteller
ersetzt werden können. Diese Entscheidung von Microsoft wurde aufgrund einer Auflage des US-Justizministeriums
und neun US-Bundesstaaten notwendig.
In einer außergerichtlichen Einigung hatten sich die Kläger und der Softwarekonzern auf dieses Ergebnis geeinigt.
In die selbe Kerbe hatte auch die Regierung der USA geschlagen und beanstandete die Bündelung des Betriebssystems
mit einem bestimmten Browser. Für den Einsatz dieser Software würden Konkurrenten wie z.B. AOL an die Händler
und Systemhersteller zahlen und da keine nennenswerten Gewinnspannen bei Komplettsystemen erreicht werden,
würden so besagte Händler und Systemhersteller auch davon profitieren.
Aber ob hier nicht der Zug bereits abgefahren ist?
Microsofts Internet Explorer hat sich, nicht ohne Grund, zum Quasi-Standard bei den Internet-Browsern gemausert.
Nur mit extremen Mühen könnten Hersteller alternativer Browser ihren kümmerlichen Marktanteil von knapp 10%
erhöhen und der Softwareriese aus Redmond wird auch das evtl. zu verhindern wissen.

Keineswegs verschont und um es auf den Punkt zu bringen entfernt wird die automatische Registrierungs-Aufforderung
für das Authentifizierungs-Projekt "Passport" in Windows XP.
Datenschützer und Kunden hatten massive Kritik daran geübt und ganz unbegründet waren iher Befürchtungen wohl
auch nicht, wie ein Sprecher von Microsoft unlängst eingestehen mußte.
Es wurden die Anmeldedaten der Kunden gesammelt und wie man Kapital aus so einem Wissen schlägt, wird schlauen
Köpfen im Softwarekonzern sicherlich auch einfallen.
Ziel des "Passport" Projektes war eine Art virtueller Ausweis für den Handel und Datenverkehr um sichere
Transaktionen im Internet zu ermöglichen und das ist zweifellos eine feine Sache.
Nur wiederholte Aufforderungen dieser Registrierung erweckten den Anschein, dass es sich um eine für die Nutzung
von Windows XP notwendige Einrichtung handeln würde und dem ist nunmal nicht so.
Die EU will hier nicht abseits stehen und damit gerät das Authentifizierungsprogramm "Passport" auch in Europa ins Kreuzfeuer.
Dazu leitete die Europäische Kommission eine weitere Voruntersuchung gegen Microsoft ein bei der die Frage geklärt
werden soll, ob hier gegen europäische Datenschutzgesetze verstoßen wird.

In dem im Herbst erscheinenden Service Paket für Windows XP werden diese Änderungen einfliessen und Anwender
oder Händler können künftig selbst entscheiden, welche Software von welchem Hersteller genutzt werden soll.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten.
Es verwundert kaum das neun von 18 US-Bundesstaaten diese Sanktionen nicht weit genug gehen und die kompromißlose
Offenlegung des Quellcodes von Windows fordern.

Nichtsdestoweniger bereitet Microsoft die Rettung des PC Marktes vor - zumindest sieht man es dort so.
Tablet-PCs werden ab Oktober im Handel sein und sollen den schwächelnden Verkaufszahlen wieder auf die Sprünge
helfen. Das sind PCs im A4-Format die eigentlich nur aus dem Bildschirm bestehen und bei denen ein angepasstes
Windows XP für die Erkennung der handschriftlichen Eingaben zuständig ist.

Microsofts Betriebssysteme haben einen Marktanteil von 90% und auch in Zukunft wird sich daran nicht viel ändern.

Quellen:

Deutsche Presseagentur - © dpa
Financial Times Deutschland

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