3DNow Galaxy - Artikel


Nichts als Ärger!!!


Probleme bei Windows 9x/ME und ATA100



Eine Newsmeldung auf der amerikanischen Hardwareseite Anandtech führte zu folgender Erkenntnis:

Probleme bei schneller CPU, Win9x/ME und Festplatten mit großem Cache

Bei dieser Hard- und Softwarekombination kann es zu Datenverlust kommen.
Beendet man Windows, kann es passieren, dass das Betriebssystem, bevor der Cache der Festplatte vollständig gesichert wurde, beendet wird.
Beobachtet wurde dieses Phänomen bei einem Prozessor mit 733MHz, Windows ME und einer ATA-100-Festplatte mit 2MB Cache.
Um das Problem zu beseitigen, sollte die Datei "ifsmgr.vxd", zu finden unter C:/Windows/System/Vmm32, gegen eine aktuelle Version ausgetauscht werden.
Dazu die Meldung im Forum von Anandtech.

Schaut man sich den Artikel von Cameron Crouch, einem Reporter der PC World, an, findet man dieses Zitat:

"It's not specific to any operating system but has to do with larger hard drive caches in combination with fast processors," says Greg Sullivan, lead product manager of Microsoft Windows Millennium Edition."

Im Artikel werden dann auch mögliche Lösungen präsentiert.
Den Endkunden verweist Microsoft an die Hersteller der PCs.
Diese wiederum empfehlen bei Windows ME das Power Management (ACPI) zu deaktivieren.
Dadurch wird das automatische Herunterfahren deaktiviert. Man soll seine Daten speichern, ein paar Sekunden warten, und dann erst den Rechner ausschalten.
Microsoft bestreitet aber einen Zusammenhang des Problems mit dem erweiterten Power Management bei Windows ME.
Außerdem sollen, laut Microsoft, die Windows-Kopien, die jetzt ausgeliefert werden, dieses Problem nicht mehr haben.

Das war der Stand der Dinge am 22.9.2000.

Forscht man weiter, findet man auch folgende Mitteilung von Microsoft:

Probleme mit Scandisk.

Bei einigen Systemen wird, obwohl das System normal beendet wurde, beim nächsten Start das Diagnoseprogramm Scandisk ausgeführt.

"During the shutdown process, the contents of the virtual cache are written to the destination device. If the destination device is an Integrated Drive Electronics (IDE) hard disk, data may be written to the hard disk's onboard cache but not to the disk itself. When this occurs, the data is lost from the cache when the computer turns off."

Das hörte sich für mich nach dem gleichen Problem an.
Auch der Lösungsvorschlag für dieses Problem, kommt mir irgendwie bekannt vor.
Microsoft empfiehlt die Verwendung dieser Datei-Versionen:

Datum: 21/9/2000
Version: 4.10.2225
Größe: 186,438 Byte
Ifsmgr.vxd für Windows 98 Second Edition


Datum: 21/9/2000
Version: 4.10.3002
Größe: 185,910 Byte
Ifsmgr.vxd für Windows Millennium Edition

Falls nicht vorhanden, sollte man den folgenden Registry-Eintrag manuell erstellen.

Registry Editor starten.
Unter:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion

Erstellt man einen neuen Eintrag.

Name: CacheWriteDelay
Schlüssel-Typ: DWORD-Wert
Wert: 2000 (Dezimal)

Registry Editor beenden.
Registry-Eintrag
So soll der Eintrag ausschauen.

Auf meinem Windows 98SE System ist die richtige Version des Treibers (ifsmgr.vxd), sowie der Registry-Schlüssel vorhanden.
Allerdings hatte ich mir vor kurzem die verfügbaren Updates vom amerikanischen Microsoft-Server heruntergeladen.
Nur war von einem Update der Datei keine Rede.
Woher stammt nun diese Version des Gerätetreibers?

Eigenschaften der Ifsmgr.vxd


Schaue ich mir nun die Eigenschaften meiner "ifsmgr.vxd" Datei an, so fällt mir auf, dass die Datei am 19.September geändert wurde.
Als Dateiversion wird 4.10.2225 angegeben.
Unter dem Eintrag "Produktversion" wird aber die Version 4.10.2222 angezeigt.
Die Sprachversion der Datei ist "Englisch (USA)".
Ich verwende die deutsche Windowsversion.

Also schaute ich mir die Version der Datei an, die sich auf meiner Windows 98SE-CD befindet.
Und siehe da, es handelt sich um die Dateiversion 4.10.2222 vom 5.5.1999.
Aber halt, ich hatte ja den Patch für Windows 98 von Micron ausprobiert, und dabei diesen Hinweis gesehen:

"Microsoft discovered a potential performance issue when their Windows 98 operating system was combined with a computer system that included an ATA 100 hard drive. This issue was not limited to micronpc.com computer systems but affected any system with Windows 98 and an ATA 100 hard drive combination.

Microsoft has determined the cause and has provided this software patch for the Window 98 OS software. Once applied the patch should resolve performance issues you might be experiencing. Some of the performance issues reported included systems failing to shutdown properly, boot failure, data corruption, and/or drive head seek noise."

Der Text liegt als Readme den Patches für Windows 98 und Windows ME bei.

Win 98/ME und Festplatten mit ATA-100-Interface: Probleme bei der Performance?

Jetzt kommen wir der Sache schon näher.

Also räumt Microsoft weitere Probleme bei Windows 98/ME in Verbindung mit ATA-100 Festplatten ein.
Leider habe ich auf der deutschen Supportseite von Microsoft keine weiterführende Informationen dazu gefunden.
Allerdings stellt Micron, einer der größten PC-Hersteller in den USA, Patches zu diesem Problem bereit.

Des Rätsels Lösung?

Die Dateien stammen vom 19.09.2000, weisen eine digitale Signatur von Microsoft auf, und sind für die englische Version von Windows bestimmt.
Der Patch führte ein Update der "ifsmgr.vxd" auf Version 4.10.2225 durch, und legte den genannten Registry-Schlüssel an.

Mit diesen Updates sollten die möglichen Probleme also behoben sein.

Microsoft hat jetzt offiziell das Problem bestätigt, und bietet einen Patch für die unterschiedlichen Sprachversionen des Betriebssystem an.
Wer den Patch ausprobieren will, sollte seine originale Datei sichern bzw. umbenennen.
Obwohl ich nach der Installation des Patches keinerlei Schwierigkeiten hatte, erfolgt der Einsatz der Patches natürlich auf eigenes Risiko!



Den Patch (deutsch) könnt ihr euch hier downloaden (270Kb).

Die offizielle Seite von Microsoft zu diesem Thema findet ihr hier.

Fazit:
Schaut man sich den empfohlenen Registry-Eintrag an, so beträgt die empfohlenen Wartezeit, beim Beenden von Windows, 2000 Millisekunden.
Um feststellen zu können, ob hier nicht nur sehr unglückliche Umstände zusammen treffen, müsste man den Fehler ersteinmal gezielt reproduzieren können.
Als die Betriebssysteme entwickelt wurden, waren weder Prozessoren mit so einer hohen Geschwindigkeit, noch ATA-100-Festplatten und schon gar keine Mainboards mit ATA-100-Controller auf dem Markt erhältlich.
Erst jetzt erscheinen, in größerer Stückzahl, Mainboards mit diesem Feature (neue Southbridge von VIA) auf dem Markt.
Für die meisten Anwender dürften diese Probleme also erst nach einem Upgrade ihrer Rechner akut werden.
Microsoft sollte bei Problemen eine offensivere Informationspolitik betreiben.
Windows 2000 ist von diesem Problem übrigens nicht betroffen.


Quellen:
Anandtech
MicronPC
Artikel von Cameron Crouch bei ITworld.com.
Meldung in der Support-Datenbank von Microsoft.



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